Streuobstwiesen sichern Artenvielfalt, Heimat und Zukunft

Grüne fordern konsequenten Erhalt nach Hessischer Streuobststrategie
Lich. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und prägen die Landschaft seit Jahrhunderten. Bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten finden hier Nahrung und Rückzugsräume, von Wildbienen über seltene Vögel bis hin zu alten Obstsorten. Doch Pflegeaufwand, Klimawandel und wirtschaftlicher Druck setzen diesen Kulturlandschaften zunehmend zu.
„Streuobstwiesen stehen für gelebte Nachhaltigkeit. Sie verbinden Naturschutz, regionale Wertschöpfung und Kulturlandschaftspflege. Das Land Hessen hat mit seiner Streuobststrategie einen klaren Auftrag formuliert. Daraus folgt eine politische Verpflichtung, diese Flächen dauerhaft zu sichern und ihre Bewirtschaftung tragfähig zu machen“, erklärt Jörg Hessler.
Streuobst wächst ohne intensive Bewässerung, ohne Monokulturen und mit deutlich mehr Raum für Artenvielfalt als Plantagenobst. Hochstammbäume speichern Kohlenstoff, stabilisieren den Wasserhaushalt und puffern Hitzeperioden ab. Gleichzeitig bewahren sie alte Sorten und stärken regionale Kreisläufe. Seit 2021 gelten Streuobstwiesen als immaterielles Kulturerbe Deutschlands.
Christian Schulz, Kandidat für den Ortsbeirat in Eberstadt, betont den lokalen Bezug: „Gerade in unseren Dörfern prägen Streuobstwiesen das Landschaftsbild seit Generationen. Viele Menschen verbinden mit ihnen Kindheit, Ernte und Spaziergänge. Diese Flächen stiften Identität und Heimatgefühl. Ihr Erhalt gehört ins Zentrum kommunaler Politik.“
Nach Ansicht der Grünen braucht es dafür verlässliche Förderprogramme, Beratung, Unterstützung bei Schnittmaßnahmen und Neupflanzungen sowie eine stärkere Einbindung in Ausgleichsmaßnahmen und Bauleitplanung. Auch regionale Mostereien, Bio-Betriebe und Vermarktungsinitiativen spielen eine zentrale Rolle, um Pflege wirtschaftlich abzusichern.
Katharina Winter ergänzt: „Wer Streuobstwiesen erhält, investiert in Lebensqualität, Klimavorsorge und Biodiversität. Kommunen, Vereine und Schulen lassen sich gezielt einbinden. Pflanzaktionen, Baumpatenschaften und Umweltbildung machen den Wert dieser Flächen sichtbar und sorgen für langfristige Akzeptanz.“
Neben hochwertigen Lebensmitteln bieten Streuobstwiesen Räume für Naturerlebnis und Bildung. Führungen, Blühfeste und Mitmachaktionen stärken das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und fördern die Wertschätzung dieser Form der Landnutzung.
„Diese Lebensräume sind mehr als Artenvielfalt. Sie gehören zu unserer Landschaft und unserer Heimat. Sie geben Menschen ein Zuhause-Gefühl. Genau deshalb brauchen sie Schutz, Pflege und politische Priorität“, so Hessler abschließend.
Foto: privat